Seit 2003 begehen arabische Milizen namens Janjaweed in Darfur schwere Menschenrechtsverletzungen an der Zivilbevölkerung und ziehen mordend, plündernd und vergewaltigend von Dorf zu Dorf. Für die Vereinten Nationen handelt es sich um eine der ?schlimmsten humanitären Katastrophen der Welt?. Eine kleine Gruppe internationaler Journalisten besucht ein noch unzerstörtes Dorf, um mehr über diese Massaker zu erfahren. Als sich herausstellt, dass die Janjaweed auf dem Weg zu diesem Dorf sind, stehen die Reporter vor einer schwierigen Entscheidung. Entweder sie wenden die Augen von dem anstehenden Blutbad ab oder sie helfen der Bevölkerung, koste es, was es wolle.
?Darfur? erzählt von einer Gruppe internationaler Journalisten, die begleitet von einer internationalen Soldatentruppe (mit vor allem nigerianischen Soldaten) ein Dorf im Sudan besuchen. Am Horizont ist eine Trupp Janjaweed sichtbar, der auf das Dorf zureitet. Die Journalisten werden von den Soldaten gewarnt und müssen eine schwere Entscheidung treffen: Dableiben und das eigene Leben in der Hoffnung riskieren, dass die Janjaweed wegen der Journalisten-Präsenz abziehen, oder flüchten um sicher darüber berichten zu können. Man entscheidet sich zu bleiben, die Janjaweed kommen an und vertreiben die Journalisten mit unverholener Gewalt, indem sie u.a. nur aus Demonstrationszwecken einem kleinen Jungen in den Kopf schießen. Man flieht. Zwei Journalisten packt aber das schlechte Gewissen, sie bitten um Waffen und kehren in das Dorf zurück?
BluRay-Rip AC3 5.1 Dolby Digital XviD
Fassung ist ungekürzt und hat gegenüber der 16er 5min mehr Spielzeit.
SOURCE: BluRay 1080p
ENCODER: JAck Sparrow
Originaltitel: Darfur
Regie: Uwe Boll
Darsteller: Kristanna Loken, David O'Hara, Noah Danby, Matt Frewer, Billy Zane
Genre: Drama
Land: USA
Länge: 98 min.
US-Start: 23.11.2009
Screenshots:
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Release Notes:
Vor unangenehmen Themen nie zurück schreckend und das Massaker als ein zentrales Motiv in sein Werk stellend, ist ein Film wie ?Darfur? keine Ausnahme, sondern eine konsequente Erweiterung des Werkes von Uwe Boll. Wer als Filmfreund geistig immer gerne ein paar Jahre zurück bleibt und die Wandlung von Uwe Boll nicht mitbekommen hat, dürfte einen Schock erleben, wie geschickt und intelligent ?Darfur? inszeniert ist. Auch für Kenner des Werkes von Uwe Boll ist die Entwicklung erfreulich, dass der promovierte Wermelskirchener Regisseur mit dem immer noch miesen Image in der Filmwelt sich inzwischen als Filmemacher dramatisch weiter entwickelt hat. Ja, ?Darfur? ist mitunter entsetzlich, aber im positiven Sinne, das Entsetzen rüttelt auf und schafft den inszenatorischen Spagat, gleichzeitig kalkuliert und mit unglaublicher Wut im Bauch inszeniert zu sein.
Der Titel ist natürlich Programm, erzählt wird vom Konflikt im Sudan, in welchem berittene muslimische Reitermilizen namens Janjaweed ganze schwarzafrikanische Dörfer niedermachen und in Schändungs- und Metzelorgien das begehen, was mit dem viel zu reinen Begriff ?ethnische Säuberung? nur entfernt umschrieben ist. Während gelangweilte Politiker in der UNO dem Treiben seit fast einen Jahrzehnt zusehen und nur gelegentlich sich mal wieder eine Resolution über den Tisch schieben ? vermutlich, bis die ?ethnische Säuberung? ?abgeschlossen? ist. Die Wut von Uwe Boll ist somit leicht verständlich, wobei bei ?ethnischer Säuberung? sicherlich auch Boll an eine gewisse Epoche in der deutschen Geschichte gedacht hat und den Film deswegen mit einer Texttafel enden lässt, dass wir, wenn wir nichts tun, aus der Geschichte nichts gelernt haben.
Internal:
Das wichtigste vorweg und das kann man loben oder darüber den Kopf schütteln. Uwe Boll schenkt uns nichts. Uwe Boll schont uns nicht im Geringsten, und es muss mit großer Deutlichkeit gesagt werden als Warnung: Die Metzelszenen in ?Darfur?, die sich besonders häufig, scheußlich und in Großaufnahme und in unerträglicher Ausführlichkeit auch gegen Babys, Kinder und Frauen richten sind so entsetzlich, dass selbst hartgesottene Zuschauer den Film nur schwer ertragen können werden ? vor allem deshalb, weil man weiß, dass das, was man da sieht, keine Hirngespinste, sondern grässliche Realität ist. Letzteres sollte die Zeilen davor dialektisch als Werbung unbrauchbar machen, die Warnung ist aufrichtig gemeint.
Und diese subjektiv endlos langen Momente sind besonders deswegen entsetzlich, weil Uwe Boll als Filmemacher so viel dazu gelernt hat und jegliche Ausflucht für das Publikum versperrt hat: Die zunächst nervig wirkende digitale Scope-Wackelkamera von Matthias Neumann erzeugt tatsächlich, nachdem man sich an die hektische und nervöse Bildgestaltung gewöhnt hat, eine dokumentarische Atmosphäre und die Wackelbilder mildern die Blutorgien genau in dem Maße ab, dass man ?Darfur? nicht als comichaften Splatter abtun kann, nein: Hier werden nicht einfach nur menschliche Körper zerstört, hier werden Menschen zerstört und ermordet. Menschen, die wir vorher, wofür der Film sich fast die Hälfte seiner Laufzeit Zeit genommen hat (auch dramaturgisch hat Boll kräftig hinzugelernt) gut kennen gelernt haben, was das Gemetzel dann umso unerträglicher macht.
?Darfur? ist eben kein Kriegshorrorfilm, sondern eine ungemein wütende, drängende, verstörende Anklage und sollte Pflichtprogramm für sämtliche UN-Pfeffersäcke sein, die bei Weigerung einen solchem Film ruhig wie in ?Clockwork Orange? ausgesetzt werden sollten. Interessanterweise bewegen sich die Gewaltdarstellungen auch exakt in dem juristischen Korridor, der in Deutschland herrscht: Hier wird nichts verharmlost oder verherrlicht, vielleicht hatte der Film auch deshalb trotz seiner enormen Härte keinerlei Zensur-Probleme bei den hiesigen Behörden. Uwe Boll gibt eine laute, vehemente Antwort auf die Frage, ob man solch extreme Gewalt zeigen darf und sollte: Man darf und sollte nicht nur, man muss.
Spannend auch die Dramaturgie: Ja, Boll hat offensichtlich Stallones ?John Rambo? gesehen, der ähnliche Massaker bietet, übernimmt aber geschickt genau das nicht, was den Stoff in die reine Fiktion entlassen hätte: Wenn die beiden Journalisten nachher mit Waffen in das Dorf zurück kehren und kämpfen, erlaubt das einige Momente, in denen die Metzel-Szenen einer Action-Dramaturgie weichen, die beiden Journalisten sind aber, alles andere wäre bei Boll auch verwunderlich, keine unbesiegbaren Superhelden und ändern am bitteren Ausgang des Films gar nichts.
Gerade hier hat Boll viel gelernt: Während noch bei seinem Schulmassaker-Film ?Heart of America? von 2003 irgendwann die Action-Dramaturgie überhand nahm und so den Stoff schwächte, passiert Uwe Boll das bei ?Darfur? nicht.
Auch die handwerklichen Leistungen sind zu loben, das gilt sowohl für die Musik von Bolls Stammkomponisten Jessica de Roij (vielleicht etwas viel Ethno-Pflichtprogramm, da Afrika), als auch für das Kulissen-Team, das völlig vergessen macht, dass man hier eine sehr preisgünstige Produktion sieht; gedreht wurde übrigens in Südafrika.
Type: XviD
Genre: Kriegsfilm
Kino-Start: 2009-11-06
DVD-Start: 2010-11-23
File-Type: avi-File
Size: 1.502,18 MB