"Geheimnis Geschichte" beleuchtet ein überaus spannendes und amüsantes Kapitel rund um die Freikörperkultur in Deutschland. Eine Reise, die vom wilhelminischen Kaiserreich bis ins Heute führt.
Im letzten Sommer bricht zwischen Deutschen und Polen der "Höschenkrieg" aus. Nach dem Wegfall der EU-Binnengrenze sorgen ausgerechnet deutsche FKK-Bader am polnischen Ostseestrand für Streit und politische Verstimmung. Hinweisschilder sollen diesen Konflikt jetzt entschärfen. Die Polen werden vor den Nackten gewarnt und an die Deutschen wird appelliert, sich beim Grenzübertritt zu bedecken. Der "Höschenkrieg" ist nicht nur ein gefundenes Fressen für die Boulevardblätter, sondern vor allem Ausdruck eines über 150 Jahre langen Kampfes von Befürwortern und Gegnern der Freikörperkultur. Wo liegen die Ursprünge dieses Konfliktes? Wer hat ihn geführt und warum? Fast alles, was heute mit Nacktsein zu tun hat, wird schnell unter dem Begriff Freikörperkultur vereinnahmt. Doch was wollten die FKK-Anhänger wirklich?
Die Nackten und die Macht
Alles beginnt in den engen Arbeiterwohngebieten Mitte des 19. Jahrhunderts. Die Menschen wollen raus in die Natur, zum Baden in Licht und Luft. Auch Gutbürgerliche legen das Korsett wilhelminischer Anstandsregeln ab. 1888 wird der Lebensreformer Karl-Wilhelm Diefenbach ins Gefängnis gesteckt. Die FKK-Bewegung hat ihren ersten Märtyrer. Warum landete der Münchner hinter Schloss und Riegel?
Nach dem Zweiten Weltkrieg wird Deutschland auch hinsichtlich des FKK ein geteiltes Land. Im Westen wird das "Schund- und Schmutzgesetz" erlassen. Wer nackt über Wiesen spazieren will, darf das nur in einem Verein. Im Osten ist Freikörperkultur in Vereinsform verboten. Die DDR-Führung erlässt am Ostseestrand sogar ein allgemeines Nacktbadeverbot. Doch es kommt zu Protesten und Polizeiaktionen.
Der Film folgt der Geschichte einer Bewegung, die sich gegen den bürgerlichen Status Quo auflehnte und damit für reichlich Sprengstoff sorgte.