In Anlehnung an die zehn biblischen Plagen des Alten Testaments, geht die Reihe "Die Rückkehr der Plagen" Naturkatastrophen und Umweltphänomenen auf den Grund, die heute eine weltweite Bedrohung darstellen. In fünf Folgen beschäftigt sie sich mit toxischen Algen, die auch heute noch massenhaftes Fischsterben verursachen, mit stechenden Insekten, die als Überträger von Krankheitserregern weltweit für Millionen Tote sorgen, mit Hagel und Starkregen, die das Leben besonders in den Alpen immer problematischer machen, mit Heuschreckenschwärmen, die Ernten vernichten und Verwüstung hinterlassen. Und mit Sandstürmen, die die Ausbreitung von Wüsten forcierten und weltweit für eine besorgniserregende Veränderung des Klimas sorgen. Den Auftakt macht die Folge "Blutiges Wasser" über toxische Algen in den Gewässern der Welt.
1v5 Blutiges Wasser
Der Nil wurde zu Blut und alle Fische starben, heißt es in der Bibel, und das Wasser wurde ungenießbar für Mensch und Vieh. Heute führen toxische Algen mit wachsender Wasserverschmutzung und steigenden Temperaturen zu gravierenden Problemen in Binnengewässern und Meeren. Zunehmende Algenblüten vergiften Fische und Muscheln und werden auch für den Menschen gefährlich. Weltweit sorgt diese Plage für 60.000 Vergiftungen jährlich.
Der erste Teil der Reihe "Rückkehr der Plagen" beobachtet die Auswirkungen dieser giftigen Mikrolebewesen. Unter anderem in Deutschland, wo sich trotz intensiver Lebensmittelkontrolle Restaurantgäste beim Verzehr von Meeresfrüchten vergiften. Oder in Florida, wo nicht nur Delfine dem verseuchten Wasser zum Opfer fallen, sondern auch Badegäste mit Atembeschwerden zu kämpfen haben. In Italien bringt eine eingeschleppte Algenart die Meeresfauna zum Zusammenbruch und in Österreich ist man einer geheimnisvollen Alge auf der Spur, die Trinkwasserreservoirs zu verseuchen droht. Kanadas Muschel- und Fischindustrie zeigt großes Interesse an aufwendigen Frühwarnsystemen. Beim Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung in Bremerhaven arbeitet der Algenforscher Allan Cembella mit seinen Kollegen daran, die Rätsel der Verbreitung dieser modernen Plage zu lösen.
[u]Zusatzinformation:[/u]
Um den Auszug des Volkes Israel zu erzwingen, überzieht Gott die Ägypter mit zehn Plagen, so heißt es in der Bibel. Er lässt Tierwelt und Wetter verrückt spielen und Krankheiten ausbrechen, schickt Heuschreckenschwärme und Seuchen. Mit dem göttlichen Zorn über den Pharao beschreibt das Alte Testament eine verheerende Serie von Naturkatastrophen, die den dicht besiedelten Raum am Nil damals tatsächlich heimgesucht hat. Niederlagen im alltäglichen Kampf einer hoch entwickelten Zivilisation gegen die Natur, Niederlagen, für die es damals keine andere Erklärung gab. 3.500 Jahre später: verheerende Stürme und Fluten, Epidemien, Tierseuchen und Heuschreckenplagen, vergiftete Seen und sterbende Flüsse. Es sieht so aus, als kehrten die biblischen Plagen im 21. Jahrhundert zurück. Dabei haben wir doch den Kampf gegen die Natur längst gewonnen geglaubt, haben den Himmel erobert und uns die Erde untertan gemacht. Sind die Plagen eine Rache der Natur für den Raubbau, den wir mit ihren Ressourcen betrieben haben?
In Deutschland, Italien, Österreich, der Schweiz, China, Afrika, Florida, Colorado, Kanada und Australien haben Wissenschaftler, Ärzte, Umweltschützer und mutige Pioniere den Kampf gegen die Plagen aufgenommen. Sie wollen verstehen, warum sie zurückkehren und verhindern, dass sich weitere Katastrophen ereignen. Zumindest aber wollen sie erreichen, dass wir uns besser darauf vorbereiten können. Ein Wettlauf mit der Zeit: Reagieren die Menschen von heute auch erst nach der zehnten Plage?
Deutschland, 2007, 43 min
Regie: Johannes Backes
2v5 Gefährliche Stiche
Und es kamen Stechmücken über Mensch und Vieh, berichtet die Bibel, aller Erdenstaub in Ägyptenland wurde zu Ungeziefer. - Allein an der von Moskitos übertragenen Malaria sterben nach wie vor zwei Millionen Menschen jährlich, vor allem in Afrika. Aber auch am Oberrhein, wo noch vor 100 Jahren die Malaria grassierte, muss man wachsam bleiben. Mit der Globalisierung und steigendem Reiseverkehr können die Erreger der Malaria, so genannte Plasmodien, jederzeit wieder zurückkehren. Der Temperaturanstieg fördert das Risiko zusätzlich. Über Italien kommend, breitet sich langsam auch in der Schweiz die so genannte asiatische Tigermücke aus. Der Blutsauger forderte in Asien und den USA als Überträger des Dengue- und Westnilfiebers zahlreiche Todesopfer. In den industrialisierten Ländern kämpft man mit modernen Medikamenten und möglichst schonungsvollen Insektiziden gegen die Plage. Aber die Resistenzen von Mücken und Erregern nehmen zu. Viel versprechende Lösungsansätze kommen vor allem aus Afrika. Dort experimentiert man mit Raubfliegen und Springspinnen, natürlichen Feinden der Anophelesmücke, und erringt ansehnliche Erfolge mit pflanzlichen Mitteln wie Neembaum und Artemisiagewächsen.
Deutschland, 2007, 43 min
Regie: Herbert Ostwald
3v5 Tödliches Wetter
Da ließ der Herr es donnern und hageln, heißt es im Alten Testament, Blitze zuckten vom Himmel, Regen prasselte hernieder und Hagel erschlug sogar Mensch und Vieh auf dem Felde. Vor allem am Rande von Gebirgsketten wie den Alpen und den Rocky Mountains sorgen Hagel und Starkregen heute im Zuge des Klimawandels für verheerende Folgen. Ernteschäden und Zerstörungen an Häusern und Autos summieren sich auf Milliarden. Erdrutsche, Muren und Überschwemmungen fordern Tausende von Menschenleben. Der dritte Teil der Reihe "Rückkehr der Plagen" begleitet Forscher in Deutschland, Österreich und im US-Bundesstaat Colorado. Sie versuchen mit modernen Methoden, die Entstehungsbedingungen für Hagel und Starkregen zu entschlüsseln, um damit die Grundvoraussetzungen zu schaffen, die Unwetter in Zukunft vielleicht zu beherrschen oder wenigstens zuverlässiger vorherzusagen. Wissenschaftler untersuchen die dramatischen Abläufe von Erdrutschen und Überschwemmungen und testen bauliche Maßnahmen, die den gewaltigen Kräften der Berge standhalten sollen. In der Steiermark starten Hagelflieger mit kleinen Propellermaschinen in die bedrohlichen Gewitterwolken, um das Wetter zu manipulieren.
Deutschland, 2006, 43 min
Regie: Johannes Backes
4v5 Gefräßige Heuschrecken
Schädlinge bedeckten Ägypten, so dass man die Oberfläche des Landes nicht mehr sehen konnte, berichtet das zweite Buch Moses. Sie fielen her über alles Grün und fraßen selbst die Bäume kahl. - Heuschreckenschwärme sind noch heute eine Plage. Sie suchen besonders Dürrezonen heim, nachdem der dort seltene Regen gefallen ist, und hinterlassen Schneisen der Verwüstung. In Afrika führt diese Tatsache regelmäßig zu Hungerkatastrophen. Die Bekämpfung aus der Luft ist aufwendig, für viele Länder meist zu teuer und die klassischen Insektizide sind eine extreme Belastung für die Umwelt. Forscher suchen weltweit nach neuen, effektiven Bekämpfungsmitteln. An der Universität Halle experimentieren Wissenschaftler mit Duftstoffen, die das Paarungsverhalten der vermehrungsfreudigen Insekten durcheinander bringen sollen. In Australien fallen neuerdings Heuschreckenschwärme in manchen Gegenden über die Ernte her, in denen es solche Probleme noch nie zuvor gegeben hatte. Dort arbeitet man von Helikoptern aus gezielt mit möglichst gering dosierten Giften. Aber diese Bekämpfung aus der Luft ist sehr empfindlich gegenüber Windeinflüssen; schnell verfehlen die Giftnebel ihr eigentliches Ziel.
Deutschland, 2007, 43 min
Regie: Christiane von Schwind, Johannes Backes
5v5 Fatale Finsternis
Es kam eine solch dichte Finsternis über Ägypten, schreibt die Bibel, dass man sie fühlen konnte. Kein Mensch konnte den anderen sehen, drei Tage lang. - Sandstürme bringen in vielen trockenen Regionen der Erde während der Sturmsaison das öffentliche Leben zum Erliegen, begraben Verkehrswege und Siedlungen unter sich und bedrohen das Leben von Mensch und Tier. Die Häufigkeit und die Heftigkeit der Sandstürme nimmt Jahr für Jahr zu. Auch die Wüsten wachsen, aus denen sich die Sandstürme speisen. In China sind bereits 20 Prozent des Landes von Wüsten bedeckt. Der Sand frisst dort jedes Jahr eine Fläche so groß wie der Staat Luxemburg. China hat sich zum Ziel gesetzt, eine 4.500 Kilometer lange "grüne Mauer" als Bollwerk gegen den Sandsturm zu errichten. Ein Gürtel von Sträuchern und Bäumen soll den Wind bremsen. Die Dokumentation begleitet Wüstenbekämpfer, die verschüttete Dörfer ausgraben, Kilometer für Kilometer Sanddünen bepflanzen, sich gegen Schädlinge wehren und nach Vegetation forschen, die möglichst effektiv Feuchtigkeit im Erdreich bindet. In Darmstadt finden Wissenschaftler heraus, dass die Sandstürme aus China und der Sahara nicht nur eine Folge des Klimas sind, sondern auch selbst das Wetter maßgeblich beeinflussen.
Deutschland, 2007, 43 min
Regie: Johannes Backes
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Play Time: 42:57 mins
Video Header Info
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